BROT. ZEIT.
EIN BESUCH BEI DER HOFPFISTEREI, WO MAN NOCH ZEIT HAT ZU BACKEN

Wir stehen mitten in München vor einer kleinen Filiale der Hofpfisterei. Um uns herum Wohnhäuser. Hier soll der Hauptsitz mit Produktionsstätte der vielgerühmten Hofpfisterei sein?
Ein Blick hinter die Kulissen.

Das Staunen soll an diesem Abend für uns, das Team von proteco inkl. der Unit EXPEDITION MARKE, kein Ende nehmen: Ein Kleinod versteckt sich im Hinterhof der unscheinbaren Mietshäuser. Hier verlassen jeden Morgen Tausende von Natursauerteigbroten die Backstube. Wie das geht, zeigt uns Jan Kirchmair, Verkaufsleiter Handel der Hofpfisterei.

Mehl, Wasser, Salz. Sonst nichts.

Gären, mischen, portionieren, backen, verpacken. Diesen Prozess durchläuft jedes Hofpfister Natursauerteigbrot. Apropos Teig: Er besteht aus Mehl (aus 100% ökologischer Landwirtschaft), Salz, Wasser – sonst nichts. Und weil die Hofpfisterei keinerlei Backhilfsmittel und Lebensmittelzusatzstoffe verwendet, dauert es 24 Stunden bis er fertig gereift und zur Weiterverarbeitung bereit ist.

Und auch beim Backen wird sich Zeit genommen. Zwei Stunden lang dürfen die Brote bei schonenden 200 Grad in den altdeutschen Steinbacköfen langsam ihr Aroma entfalten und ihre einzigartige Krume und Kruste bilden. Eine für die Bäckermeister gleichermaßen schweißtreibende wie kräftezehrende Angelegenheit, die die schweren, runden  Brotlaibe in ihren Öfen immer wieder versetzen müssen. Echtes Handwerk eben.

(c) Hofpfisterei/Bornemann

(c) Hofpfisterei/Bornemann

Wir sind eigen

Ob’s an der langen Tradition (erste urkundliche Erwähnung der Hofpfisterei im Jahr 1331) oder am Eigensinn der Familie Stocker (Inhaber der Hofpfisterei seit 1917) liegt oder alles zusammen – für Kirchmair steht fest: „Wir sind eigen“. Und das gilt für vieles, was die Hofpfisterei ausmacht: vom patentierten Natursauerteig über die Brotherstellung, den Standort, das ökologische Bewusstsein bis hin zum langjährigen Engagement für Naturschutz und noch vieles mehr.

(c) Hofpfisterei/Bornemann

(c) Hofpfisterei/Bornemann

Normalroutenverlasser aus Überzeugung

Siegfrid Stocker, der die Hofpfisterei 1970 von seinem Vater Ludwig übernahm, war ein echter Normalroutenverlasser. Bereits ab 1978 versuchte er die bayerischen Bauern für ökologische Landwirtschaft zu begeistern. Und erntete statt Öko-Getreide nur Spott und Unverständnis. Bis er endlich die ersten Brotsorten aus reinem Öko-Mehl backen konnte, brauchte es viele Jahre, jede Menge Überzeugungsarbeit und eine gute Portion Sturheit.

Wir jedenfalls hoffen, dass die Hofpfisterei unverdrossen ihren ganz eigenen Weg weitergeht und den schwierigen Spagat zwischen traditionsbewusstem Handwerk und modernem Industriebetrieb noch lange durchhält.

Mehr zur Hofpfisterei auf ihrer Homepage.

Wer die 7 Geheimnisse der Hofpfisterei entdecken möchte, bucht am besten eine Führung in der Hofpfisterei,
z.B. über stattreisen-muenchen.de

Text: Jenny
Fotos, die nicht anders gekennzeichnet sind: Markus

Die Hofpfisterei verarbeitet pro Jahr ca. 15.500 Tonnen Öko-Getreide, angebaut von mehr als 600 Öko-Landwirten. Für die Pfister Öko-Brote bleiben pro Jahr ca. 3.035 Hektar Getreidefelder frei von 432 Tonnen chemisch-synthetischen Düngemitteln und 5,5 Tonnen chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln. Dies dient dem Schutz der Umwelt, d.h. der Böden, der Luft, des Grundwassers und der Artenvielfalt.
(Quelle: www.hofpfisterei.de)

(c) Hofpfisterei/Bornemann

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