IM LAUFSCHRITT ÜBER DIE ALPEN
- WAS BISHER GESCHAH -

Hätte mir vor zwanzig Jahren mal einer gesagt, dass ich planen werde die Alpen im Laufschritt zu überqueren, noch bevor ich sie jemals mit dem Mountainbike bezwungen habe: Ich hätte ihn für bescheuert erklärt. Damals gab es für mich nur Mountainbike Cross Country Rennen und -Marathons.

Irgendwann – vielleicht so vor fünf Jahren – stand ich bei einer meiner Alpentouren jedoch einmal am Ende eines Bike- und am Anfang eines Lauftrails und blickte sehnsüchtig seinem Verlauf gen Gipfel entlang. Die Geburt eines Traums. Dem Traum von wirklich grenzenloser Freiheit.
Fortan kombinierte ich vermehrt Biken und (zunehmend schnelles) Wandern. Immer jedoch in Sorge, mich auf Grund der für Biker ungewohnten Belastung an Sehen und Bändern zu verletzen. Bis zum September 2017, als ich eine spontane Speedhikingtour mit Nicolas Scheidtweiler, dem Höhenbergsteiger unserer Kampagne #weltderdaecher, rund um die winterliche Hochplatte ohne weitere Wehwehchen überstand. Das Trailfeuer in mir brach vollends aus.

Und so lud ich Nico ein mit mir als Partner und unserer Unit Expedition Marke als Sponsor den Transalpine-Run 2018 anzugehen. Laut eigener Beschreibung immerhin „eines der spannendsten und härtesten Trailrunningevents der Welt“. Warum ich als Läufer-Rookie gleich mit so einem Brocken starten musste? Keine Ahnung, offen gestanden. Ich denke es war die pure Euphorie und der Wunsch mich als Sportler noch einmal von Grund auf neu zu erfinden. Vielleicht brauche ich dazu ja Ziele, die mich jeden Tag beim Aufstehen aufs Neue ein wenig schaudern lassen.
Egal. Seither laufe ich jedenfalls wann ich nur dazu komme und mit 76 statt 89 Kilo durch die Gegend. Dies meist morgens gegen 7:00 Uhr von der Agentur aus in den angrenzenden Naturpark Augsburg. Zu Beginn regelmäßig 5 Kilometer, dann 8, später 10 und nun häufig über 15 und manchmal sogar schon über 20 Kilometer am Stück. Mein Ziel bis zum Transalpine-Run sind ein paar stabile 30er, gelaufen in den Bergen. Eigentlich bin ich bislang auch ziemlich zufrieden mit meinen Fortschritten. Klar, mein Tempo ist im Vergleich zu Nico aktuell noch mehr als bescheiden. Aber Nico ist ja auch ein ehemaliger Marathonläufer mit einer Bestzeit von unter drei Stunden. Allein daran werde ich mich also nicht messen können.

Meine Befürchtungen in Sachen Verletzung? Keine Bange, sie haben sich voll bestätigt. Leider. Der Umstieg ist wirklich ziemlich hart. Ständig sagt der Bewegungsapparat „Stopp“, obwohl die Kondition „weiter“ brüllt. Echt nicht so leicht, da nicht zu überdrehen.
Dennoch macht es einen Riesenspaß sich beim Training im Winter nicht mehr den Allerwertesten auf dem Fahrrad abzufrieren und beim Neuentdecken alter Reviere nicht mehr ausschließlich an „bikebare“ Wege gebunden zu sein. Auch das leichtere Gewicht macht Spaß. Mein Ziel sind 74 Kilo bis zum Start.

Wie ich im September den wahrscheinlich immer noch vorhandenen Tempounterschied zu Nico verkrafte? Keine Ahnung. Er wird ab und an eben ein wenig warten müssen. Und wenn er mich dennoch zu arg quält oder gar ärgert, melde ich uns beide 2019 einfach bei der Bikevariante des Transalp an und fahre ihm die Ohren weg – Kilometer für Kilometer.

In diesem Sinne: Keep running!
Bis bald,
Euer Markus

P. S. Soeben habe ich im aktuellen Trailmagazin gelesen, dass die Umstellung vom Biker zum Läufer, was den Bewegungsapparat anbelangt, Jahre dauern kann. J A H R E! Ob ich mit dann gerade mal 12 Monaten Umstellungszeit den Transalpine-Run überhaupt schaffe? Hm. Ich glaube ich habe eine echte Chance – wenn ich diese 7 Tage weitestgehend verletzungsfrei bleibe.

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